Dyskalkulie (auch Rechenschwäche genannt) ist eine genetisch bedingte
Besonderheit in der Sinneswahrnehmung und Informationsverarbeitung.
Wie bei der Legasthenie liegt keine Krankheit, Störung oder Schwäche vor – das Kind benötigt einfach einen anderen Zugang zum Rechnen als der
in Schulen üblicherweise angebotene.
🔍 Typische Merkmale einer Dyskalkulie:
- Probleme beim Verstehen von Zahlensymbolen und Mengen
- Schwierigkeiten beim Erlernen der Grundrechnungsarten
- Kein inneres Zahlenverständnis – Rechenwege werden mechanisch gelernt, aber nicht verstanden
- Zahlendreher, Verwechslungen (z. B. 69/96), Auslassungen, „Zahlenstürze“
- Zeitweise starke Unaufmerksamkeit beim Rechnen
- Häufige Überforderung bei Rechenaufgaben trotz Übung
- Diese Fehler sind keine Faulheit, sondern Folge einer anderen Wahrnehmung und fehlenden Basisverarbeitung von Zahlen und Mengen.
🚫 Wichtiger Hinweis:
- Dyskalkulie ist keine Behinderung.
- Kinder mit Dyskalkulie können mathematische Fähigkeiten entwickeln – sie brauchen jedoch eine gezielte, angepasste Förderung.
✅ Wie kann geholfen werden?
- Die AFS-Methode bietet ein individuelles Trainingsprogramm, das auf drei Ebenen ansetzt:
- Aufmerksamkeitstraining beim Rechnen
- Förderung der Sinneswahrnehmungen (z. B. visuell, räumlich, akustisch)
- Symptomtraining mit konkretem Üben von Rechenprozessen
- Das Training wird auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes abgestimmt. Zeit, Geduld, Motivation und positive Verstärkung sind dabei entscheidend.
🌱 Das Ziel:
- Dyskalkulie kann nicht „geheilt“ werden – aber:
Mit pädagogisch-didaktischer Förderung kann das Kind Rechnen erfolgreich erlernen.
Auch wenn es länger dauert als bei anderen – es ist möglich.
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❓ Was ist der Unterschied zwischen Rechenschwäche und Dyskalkulie?
Die Begriffe werden oft synonym verwendet, meinen aber nicht genau dasselbe:
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❓ Woran erkenne ich als Elternteil eine mögliche Dyskalkulie?
Typische Anzeichen sind z. B.:
- Rechenaufgaben werden mechanisch gelöst, aber nicht verstanden
- Mengenverständnis fehlt – z. B. ist „5 mehr als 2“ nicht greifbar
- Häufiges Vertauschen von Zahlen (z. B. 13 statt 31)
- Probleme beim Einmaleins, auch nach viel Übung
- Große Unsicherheit bei Plus/Minus und einfachen Aufgaben
- Emotionale Reaktionen: Frust, Blockade, Schulverweigerung beim Thema Rechnen
- 👉Wenn Sie mehrere dieser Merkmale beobachten, ist eine pädagogische Austestung empfehlenswert, um Klarheit zu bekommen und gezielt helfen zu können.