Legasthenie ist eine genetisch bedingte, angeborene Besonderheit der Informationsverarbeitung im Gehirn.
Legasthene Menschen sind oft besonders intelligent, kreativ oder technisch begabt –
ihre Stärken liegen häufig dort, wo andere an Grenzen stoßen.
Was sie unterscheidet, ist nicht ein Mangel, sondern ein anderes Wahrnehmen
und Verarbeiten von Reizen, insbesondere beim Umgang mit Symbolen wie
Buchstaben und Zahlen.
🔍 Typische Merkmale einer Legasthenie:
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Das Kind nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr.
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Beim Lesen und Schreiben kommt es zu zeitweiser Unaufmerksamkeit.
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Es entstehen Wahrnehmungsfehler aufgrund unscharfer Sinneswahrnehmung.
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Das Kind lehnt Symbole (Buchstaben, Zahlen) unbewusst ab – nicht aus Trotz,
sondern aus Überforderung.
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Normale Lehrmethoden reichen oft nicht aus, um Lesen und Schreiben
erfolgreich zu erlernen.
🚫 Wichtiger Hinweis:
- Legasthenie ist keine Krankheit, Störung oder Schwäche.
- Betroffene Kinder brauchen einfach einen anderen Zugang zum Lernen,
der auf ihre Wahrnehmung abgestimmt ist.
✅ Wie kann geholfen werden?
- Mit einem gezielten Trainingsprogramm, wie z. B. der AFS-Methode,
werden folgende Bereiche gefördert:
- Aufmerksamkeit
- Sinneswahrnehmungen
- Symptomtraining (Lesen & Schreiben)
- Das Training wird individuell auf das Kind abgestimmt. Motivation, Lob,
Geduld und Kontinuität sind entscheidend für den Lernerfolg.
🌱 Das Ziel:
- Eine Legasthenie kann nicht „geheilt“ werden – aber:
Mit pädagogisch-didaktischer Förderung kann das Kind Lesen und Schreiben erfolgreich erlernen.
Es braucht vielleicht etwas mehr Zeit – aber es kann es schaffen.
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❓ Was ist der Unterschied zwischen LRS und Legasthenie?
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❓ Woran erkenne ich eine mögliche Legasthenie bei meinem Kind?
Typische Anzeichen:
- Schwierigkeiten beim Lesen trotz viel Übung
- Wörter werden erraten oder weggelassen
- Häufiges Vertauschen oder Auslassen von Buchstaben
- Verwechslung ähnlich klingender Wörter (z. B. „Brot – Boot“)
- Hohe Konzentrationsanstrengung beim Schreiben
- Unruhe, Frust oder Vermeidung bei Hausaufgaben
- Das Kind erscheint „intelligent, aber schwach im Schreiben“
- Wenn mehrere dieser Punkte zutreffen, kann eine pädagogische Austestung
sinnvoll sein, um gezielt zu helfen.
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❓ Wann sollte man testen lassen?
Je früher, desto besser.
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Ein Verdacht auf Legasthenie oder Dyskalkulie kann sich schon in der 1. oder
2. Klasse zeigen – z. B. wenn ein Kind trotz Übung kaum Fortschritte macht
oder massiv unter dem Lernstress leidet.
Eine Austestung ist auch dann sinnvoll, wenn:
- Eltern oder Lehrer:innen unsicher sind
- das Kind frustriert oder lernverweigernd reagiert
- die Probleme über einen längeren Zeitraum bestehen
- 👉Eine gezielte Diagnose hilft, dem Kind rechtzeitig Unterstützung statt Überforderung zu bieten – und das Selbstvertrauen zu schützen.